Gute Aussichten für Plug-In-Hybride, Range Extender und gespreizte Getriebe TED-Ergebnisse des 10. Internationalen CTI Symposiums und Expo „Innovative Fahrzeug-Getriebe, Hybrid- und Elektro-Antriebe“

Gute Aussichten für Plug-In-Hybride, Range Extender und gespreizte Getriebe TED-Ergebnisse des 10. Internationalen CTI Symposiums und Expo „Innovative Fahrzeug-Getriebe, Hybrid- und Elektro-Antriebe“

Düsseldorf/Berlin, Dezember 2011. Downsizing und die Optimierung von Getriebetechniken als Alternative zur Elektromobilität war das Thema der diesjährigen Podiumsdiskussion auf dem 10. Internationalen CTI Symposium „Innovative Fahrzeug-Getriebe, Hybrid- und Elektro-Antriebe (5. bis 8 Dezember 2011, Berlin). Über den Erfolg von Elektroautos werde letztlich der Kunde entscheiden, stellte Prof. Dr. Ulrich Spicher (Karlsruhe Institute of Technology, KIT) fest. Energetisch betrachtet sei die Elektromobilität nicht wirklich sinnvoll und stelle keine Alternative, sondern eine Ergänzung zu konventionellen Antrieben dar.

Elektromobilität braucht eine Chance
Shigeo Ishida (Jatco Ltd.) betonte die Bedeutung der Batterie als Schlüsselfrage für eine Steigerung der Marktanteile. „Wir müssen der E-Mobilität eine Chance geben“, stellte Dr. Manfred Klüting (BMW Group) fest. Es müssten Antworten für die Entwicklungen in der Mega-City gefunden werden. E-Mobilität sei in den Fokus des Interesseses von Politik und Kunden gerückt und damit müsse die Automobilwirtschaft hier auch Antworten geben. Craig Renneker (Ford Motor Company) zeigte sich zuversichtlich, dass es der Autoindustrie gelingen werde, Elektro-Autos zu entwickeln. Allerdings werde die E-Mobilität begrenzt durch die Ressourcen-Knappheit sowie durch die Mengen des verfügbaren Stroms. In den USA oder China stelle die Stromversorgung für einen Marktanteil von zehn Prozent Elektroautos heute eine Herausforderung dar.

Plug-In-Hybride und Range Extender werden sich durchsetzen
Mit der zunehmenden Bedeutung von Hybrid-Technologien beschäftigte sich die zweite Frage der TED-Befragung. 67 Prozent der Befragten rechneten damit, dass sich Plug-In-Hybride und Range Extender bis 2025 durchgesetzt haben werden. Nur 11,5 Prozent setzten auf Parallel Hybride, 9,7 Prozent auf Power Split Hybride und nur 7,9 Prozent auf den Sieg der elektrischen Hinterachsen. „Plug-In-Hybride und Range Extender sind Interpretationen den gleichen Themas“, stellte dazu Ralf Najork (Schaeffler) fest. Die Vorteile dieser Antriebstechniken ergäben sich daraus, dass der Kunde zwischen elektrischen und konventionellen Antrieb wählen könne und sich damit vom elektrischen Antrieb unabhängig machen könne, so die Experten weiter.

70 Gramm CO2 pro Kilometer sind realistisch
Über die Möglichkeiten, durch die Optimierung von konventionellen Antrieben die CO2-Emissionen in B-Klasse-Fahrzeugen langfristig weiter zu senken, stimmten die Befragten ebenfalls ab. Hier ergab sich ein sehr gemischtes Bild. 33,9 Prozent hielten 90 Gramm CO2 pro Kilometer für erreichbar. Weitere 30,7 Prozent schätzten 80 Gramm CO2 pro Kilometer als realistisch ein, weitere 18,7 Prozent prognostizierten 70g/km. Spicher unterstrich die Machbarkeit von 70 g/km. Unter Realbedingungen könne der Kraftstoffverbrauch eines B-Klasse-Fahrzeugs um 1,5 bis zwei Liter gesenkt werden. Dies entspreche einem CO2-Ausstoß von etwa 70 Gramm. Die Potenziale seien hier aber nicht nur im Getriebe zu heben, sondern über den gesamten Antriebsstrang und die gesamte Fahrzeugkonstruktion. Auf das Zusammenspiel von Motor und Getriebe verwies auch Ishida. Das in Japan beliebte CVT habe in den letzten zehn Jahren fast 30 Prozent Einsparungen erreichen können, weitere Effizienzsteigerungen seien hier nur im Zusammenspiel mit dem Motor erreichbar.

Experten erwarten erhebliche Wirkungsgradsteigerungen
Auf die Frage, wie hoch die Erwartungen an die Wirkungsgradsteigerungen im konventionellen Antrieb in nächsten fünf Jahren sein werden, antworteten über 30 Prozent fünf bis zehn Prozent. Mit einer Wirkungsgradsteigerung von ein bis fünf Prozent rechneten 22,7 Prozent. Über ein Drittel zeigte sich allerdings sehr optimistisch. 18,9 Prozent erwarteten Verbesserungen von zehn bis 15 Prozent und weitere 15,4 Prozent sogar von über 15 Prozent. „Es wird vor allem auch eine Frage des Kraftstoffs sein“, stellte Spicher dazu fest. Bei Gas oder Biokraftstoffen könnten sich die Wirkungsgrade noch einmal ganz anders darstellen. Für Klüting spielte aber auch das Gewicht der Fahrzeuge zur Optimierung der Wirkungsgrade eine entscheidende Rolle. „Wenn wir die bereits heute verfügbaren Techniken intelligent einsetzen, können wir schon heute einige Prozentpunkte holen“, betonte Klüting.

Trend zu mehr Gängen
Besonders die Spreizung der Getriebe wird eine immer größere Rolle in der Getriebe-Entwicklung spielen, waren sich die Experten einig. Eine Mehrheit von 41,8 Prozent erwartete in den nächsten zehn Jahren eine durchschnittliche Spreizung der Getriebe auf acht Gänge. Fast 30 Prozent prognostizierten eine Spreizung von sieben Gängen und 13,8 Prozent erwarteten sogar neun Gänge.

Optimistische Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung der Autoindustrie
Durchaus optimistisch schätzen die Teilnehmer des CTI Getriebe-Symposiums die künftige Entwicklung der Automobilwirtschaft ein. Auch wenn das kommende Jahr schwierig sein werde, schätzten über 45 Prozent die Perspektiven gut ein. Ein Drittel der Befragten allerdings sah die Autoindustrie in einer zweiten Phase der Rezession, die noch einige Jahre andauern werde.

 

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