Innovationen beim Hybridantrieb: Chancen für Querdenker und Vordenker

Innovationen beim Hybridantrieb: Chancen für Querdenker und Vordenker!

Eine perfekte Lösung, die allen Anforderungen gerecht wird, da sind sich die Fachleute einig, ist beim Hybridantrieb noch nicht in Sicht. Aktuell steht eine Vielzahl von Architekturen und Topologien zur Diskussion.

Das 16. CTI Symposium in Berlin bietet die ideale Plattform für einen spannenden Wettbewerb der Ideen.

Eine eigene Vortragsreihe ist der neuen Getriebekategorie DHT (Dedicated Hybrid Transmission) gewidmet. Hier stellen unter anderem Volkswagen, Toyota und Renault neue Entwicklungen vor. Breiten Raum nimmt auch der Plug-in-Hybrid ein. Er ermöglicht im reinen Elektrobetrieb ein lokal emissionsfreies Fahren. Und er nutzt die Synergieeffekte zwischen Verbrennungsmotor und E-Maschine für eine überzeugende Synthese von Fahrspaß und Effizienz.

Maßgeschneidert für Plug-in-Hybride: Mit Vario.Drive gibt Volkswagen die Richtung vor.

Im Sommer diesen Jahres präsentierte Volkswagen unter dem Namen „Vario.Drive“ ein eigenständiges Konzept für Plug-in-Hybridantriebe. Für das Gespann aus Verbrennungsmotor und elektrischem Traktionsmotor stehen beim „Vario.Drive“ insgesamt vier mechanische, zwei variable und fünf elektrische Antriebsmodi zur Verfügung. Wichtiger Pluspunkt dieser Bauform aus der Kategorie der DHT (Dedicated Hybrid Transmission): Reduzierter mechanischer Aufwand und reduzierte Kosten. Über die aktuelle Entwicklung auf diesem Gebiet referiert Rainer Petersen von der Volkswagen AG.

Darüber zeigen Dr. Tobias Böhm und Dr. Hendrik Schröder in ihrem Fachvortrag neue Möglichkeiten des Vario.Drive in der Mittel- bis Oberklasse auf. Von besonderem Interesse hierbei: die Kombination mit einer elektrischen Hinterachse und leistungsstarker Batterie.

Jaguar Land Rover: Mit extrem weiter Übersetzungsspreizung auf neuem Terrain

Im vergangenen Jahr sorgte Jaguar Land Rover mit der Präsentation des Forschungsprojekts TRANSCEND für Aufsehen und gab dabei einen Ausblick auf ein eigenes Automatikgetriebe. Vor kurzem kündigte das Unternehmen an, es werde ab 2020 in jeder Baureihe ein Fahrzeug mit elektrifiziertem Antrieb anbieten.

Entsprechend gespannt darf man nun auf den Vortrag von Projektmanager Neil Rayner sein, der in Berlin die neuesten Details zum aktuellen Entwicklungsstand referiert. TRANSCEND steht für ein integriertes Hybridgetriebe mit acht Gängen, das vor allem durch seine spektakuläre Übersetzungsspreizung von 20 : 1 hervorsticht. Eine Eigenschaft, die im Off-Road-Betrieb neue Perspektiven eröffnet, aber auch in allen anderen Fahrzeugen und Fahrsituationen Vorteile bringt.
Im Vergleich zu herkömmlichen automatischen 8-Gang-Getrieben ist TRANSCEND rund 20 kg leichter, 100 mm kürzer und bringt eine Kraftstoffersparnis von nahezu 10 %.

Toyota Multistage-Hybridsystem: Mit raffinierter Getriebekombination zu mehr Fahrspaß, Komfort und Effizienz

Das Schöne an einem reinrassigen Sportwagen ist, dass er Adrenalin freisetzt und die Pulsfrequenz erhöht. Das Charakteristische an einem Hybridfahrzeug ist die entspannte Ruhe, mit der sich das sanfte Dahingleiten genießen lässt. Wie man diese Eigenschaften miteinander kombiniert und gleichzeitig den Kraftstoffverbrauch optimiert, zeigt Toyota mit seinem Multistage-Hybridsystem, das jetzt im Lexus LC 500h erstmals realisiert wurde.

Die Idee: Der vom Toyota Prius bekannte leistungsverzweigte Hybridantrieb wird durch ein Vier-Stufen-Automatikgetriebe ergänzt, das dem Power-Split-Device nachgeschaltet ist. Das erweitert die Spreizung der Übersetzungen. Es bringt bei geringem Tempo und in den niedrigen Gängen mehr Leistung und eine lineare Kraftentfaltung. Bei höheren Geschwindigkeiten und in den oberen Gängen sind mehr Laufruhe und höhere Energieeffizienz das Resultat. Einen tieferen Einblick in die intensive Entwicklungsarbeit, die dem Multistage-Hybridsystem vorausging, gibt Fujji Kota von der Toyota Motor Corporation in seinem Fachvortrag.

Hochentwickeltes Plug-in-Hybridgetriebe: Mercedes Benz macht weiter Tempo bei der E-Mobilität

Bei seiner Weihnachtsansprache 2016 hatte Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler-Benz AG, von einer Offensive beim elektrischen Antrieb gesprochen: „Wir sind überzeugt: Jetzt ist die Zeit, voll einzusteigen!“ Wie wurde diese Ankündigung in die Tat umgesetzt? Einen Einblick in den aktuellen Entwicklungsstand im Bereich der Plug-in-Hybridgetriebe bei Mercedes-Benz gibt Dr. Matthias Maisch in seinem Fachvortrag.

Besonderes Interesse gilt dem neuen 9GH-TRONIC Hybridgetriebe. Dessen Entwicklung basiert auf der Hybridisierung des 9G-TRONIC Automatikgetriebes mit einem hocheffizienten und modularen Hybridtriebkopf. Zur Fülle von Fortschritten, die mit dem neuen 9GH-TRONIC Hybridgetriebe verbunden sind, zählen unter anderem eine Leistungssteigerung beim E-Motor, noch raffiniertere Betriebsstrategien und eine höhere Effizienz sowie auch eine verbesserte Reichweite.

Getriebe ohne Rückwärtsgang: Konzepte zur Kostenoptimierung beim Hybrid-Antrieb

Den mechanischen Rückwärtsgang und das herkömmliche Anfahrelement wegzulassen, wenn diese Funktionen von der E-Maschine übernommen werden, das sind typische Beispiele dafür, wie sich das Potential zur Kostenreduktion bei Hybridantrieben ausschöpfen lässt. Das Herzstück des Antriebs bilden Getriebe der Kategorie DHT (Dedicated Hybrid Transmission). Sie zeichnen durch kompakte Bauform und geringes Gewicht aus. Zentrales Ziel ist es hier, die Anzahl der Gänge so weit wie möglich zu reduzieren. Stets gilt es, aus einer komplexen Vielfalt von Optionen, die unter den jeweiligen Anforderungen effizienteste Lösung zu finden.

Zwei Fachvorträge befassen sich eingehend mit dieser Thematik. Den Entwicklungsprozess für ein High-Performance DHT, welches für den Einsatz in P2-Konfiguration konzipiert wurde, erläutert Jens Leibold von der IAV GmbH. Einen kostenoptimalen Antriebsstrang in P3-Konfiguration beschreibt Dr. Kiarash Sabzewari von der Continental AG.

Neue Impulse aus allen Bereichen

Das 16. CTI Symposium in Berlin präsentiert sich mit einem breiten Spektrum an Themen und hochkarätigen Referenten. Möchten Sie mehr erfahren? Dann lesen Sie unsere Artikel zur Elektromobilität und zur 48-Volt-Technologie.

Alle Informationen zu den Vorträgen auf dem 16. CTI Symposium finden Sie in unserer Broschüre: