Interview Jake Hirsch

„Im Zuge von Elektifizierung und Automatisierung wird der Schutz vor Cyberangriffen enorm wichtig werden.“

Interview mit Jake Hirsch, President von Magna Powertrain.

Die Übernahme von GETRAG hat Magna Powertrain zum Komplettanbieter für  Antriebsstrangtechnologie in allen Bereichen der Elektrifizierung gemacht. Wir haben auf dem vergangenen CTI Symposium in Berlin mit Jake Hirsch, dem Chef von Magna Powertrain über die zukünftigen Herausforderungen für die Antriebsentwicklung gesprochen.

Jake Hirsch: Zunächst will ich mal sagen, wie das auch von anderen Vortragenden vorgebracht wurde, wird es die ICEs, also die Internal Combustion Engines, die Verbrennungsmotoren, noch eine lange Zeit geben. Aber es gibt natürlich bereits spezielle Anwendung für Elektrifizierung, speziell in Ballungsgebieten, größeren Städten usw. Langfristig wird die Elektrifizierung kommen, aber das auf 2025 oder 2030 festzulegen, das würde im Moment dem Orakeln gleichkommen.

CTI: Sie haben als einziger Vortragsredner bei diesem großen Kongress das Thema der Datensicherheit, der Cyber-Security angesprochen und auch schon bereits konkrete Beispiele genannt. Mit einem Kooperationspartner haben Sie dieses Thema aufgegriffen. Wie schätzen Sie es in Zukunft ein, welche Bedeutung wird das Thema Datensicherheit für den Antriebsstrang der Zukunft haben?

Jake Hirsch: Datensicherheit wird immer wichtiger werden und nicht nur für den Antriebsstrang, sondern auch für andere Komponenten. Es hat sich in verschiedenen Situationen gezeigt, dass Fahrzeuge total irrgeleitet wurden oder Aktionen initiiert wurden, die vom Fahrer nicht beabsichtigt waren. Mit der zunehmenden Vernetzung der gesamten Automobilaktivitäten im Zusammenhang mit der Elektrifizierung und speziell auch mit dem autonomen Fahren, wird es sehr wichtig werden, sicherzustellen, dass keine Fremdzugriffe auf die Systeme möglich sind.

CTI: Vor einigen Jahren konnte man hier bei dieser Veranstaltung noch hören, dass die Zukunft unsicher ist, dass die Technologien so disruptiv sind, dass sich die Getriebe und Antriebstrangindustrie, gerade auch die Zulieferer, ja sehr stark danach ausrichten müssen. Aus heutiger Sicht, wie ist das bei Magna? Ist das eine Situation, wo Sie mehr Chancen als Risiken sehen?

Jake Hirsch: Wie Sie ja bei unserer Aktion gesehen haben, setzen wir nach wie vor auch noch auf Getriebe. Speziell auf das Doppelkupplungsgetriebe, dass ja speziell auch dann wieder mit Hybridisierung, was ja sehr stark kommen wird, eine Schalt- und Schlüsselstellung einnehmen wird. Und deshalb sehen wir dort für uns eine strategische Richtung, die wir weitergehen müssen. Vor allem, wenn man sagt, man möchte im Bereich Antriebsstrang aktiv sein.