Interview mit Prof. Dr. Jürgen Stockmar

Interview mit Prof. Dr. Jürgen Stockmar beim CTI Symposium Berlin 2015

„Die Branche hat sich geöffnet“

Interview mit Prof. Dr. Jürgen Stockmar, Unternehmensberater und Dozent an der Technischen Universität Wien, über die Qualität des Podiums beim CTI-Symposium Berlin 2015.

Stockmar: Wir hatten auf dem Podium heute eine sehr interessante Mischung. Zum einen Gegner des Elektroantriebs, zum anderen Befürworter des Elektroantriebs und natürlich auch diejenigen aus der Mitte, die sagen, es kommt langsamer als wir glauben. Es hat Spaß gemacht, man lernt dazu, und ich glaube alle haben dazu gelernt. Und eins möchte ich noch besonders hervorheben: der Chairman war exzellent vorbereitet und mit so jemandem kann man immer gut diskutieren.

CTI: Und das wurde fleißig getan. Diese Diskussion hat gezeigt, dass die Branche offenbar derzeit „mit offenem Visier“ arbeitet. Es gibt also durchaus Unternehmen, die sich auf die Zukunft der Elektromobilität gut vorbereitet haben. Haben Sie den Eindruck dass das die für die ganze Branche gilt, oder gibt es auch einige Unternehmen, um die Sie sich Sorgen machen?

Stockmar: Nun ja, fangen wir da erst mal mit dem Positiven an. Was mich hier sehr gefreut hat, und ich glaube, das war auch bei den Kollegen so, ist es, dass nicht hinter dem Berg gehalten wird mit neuen Entwicklungen. Es werden heute schon Innovationen vorgeführt, die wir vielleicht vor fünf oder zehn Jahren noch nie noch nicht in der Öffentlichkeit diskutiert hätten. Die Branche hat sich geöffnet, das ist ganz richtig. Das ist der erste Punkt. Der zweite Punkt ist, dass sie sich vielleicht auch geöffnet hat, weil sie den Druck verspürt. Denn im Moment ist es so, und das kam ja auch in den Fragen heraus, dass der gesamte Powertrain, der Antriebsstrang, bei der zukünftigen Kaufentscheidung für ein Auto vielleicht oder auch ganz sicher nicht mehr das entscheidende Element sein wird. Also müssen wir zusammenhalten und gemeinsam Innovationen erarbeiten.