Interview mit dem Young Drive Experts Award-Gewinner, Dr. Marco Denk

„Mein Verfahren bringt Elektrotechnik und Mechanik zusammen!“

Interview mit dem Young Drive Experts Award-Gewinner, Dr. Marco Denk auf dem 15. CTI Getriebe Symposium 2016

Die Sperrschichttemperatur ist in Leistungshalbleiter-Modulen und auch in elektrischen Antrieben, das heißt auch in Getriebe-Entwicklungen, eine zentrale Größe, eine Schlüsselgröße. Mit Marco Denks Verfahren kann man diese Sperrschichttemperatur während des regulären Betriebes messen und aus ihr wiederum auf verschiedene Informationen schließen, die zum Beispiel Auskunft über den Belastunggszustand der Leistungshalbleiter sowie auch über deren Gesundheitszustand geben.

CTI: Das heißt sie haben eine Technologie entwickelt, die in der zukünftigen Elektromobilität entscheidend sein könnte. Man hat den Eindruck, dass die Branche insgesamt ihr Augenmerk hauptsächlich noch auf die Elektromobilität richtet. In der Vergangenheit war das ganz anders. Wie sehen sie als Nachwuchsexperte diesen Trend in der Automobilindustrie?

Man hat hier an der Konferenz ganz deutlich gesehen, in fast jeder Präsentation waren elektrische Antriebe im Getriebe plaziert und mein Verfahren geht jetzt noch einen Schritt weiter, denn diese Sperrschichttemperatur ist die Größe, die Ingenieure aus dem Bereich der Elektrotechnik mit den Ingenieuren aus der Mechanik zusammenbringt. Ihr gemeinsames Ziel ist es, diese Temperatur in gewissen Grenzen zu halten und deshalb finde ich das sehr spannend, auch um vielleicht Zwiespältigkeiten zwischen diesen beiden Fachrichtungen, die es ja manchmal in Unternehmen gibt, aufzulösen. Das heißt, das ist ein sehr spannendes Thema um Ingenieure verschiedener Fachgebiete zusammen verbringen.

CTI: Sie hatten nicht nur die Gelegenheit Ihre Technologie hier zu präsentieren, sondern durch ein neuartiges Verfahren, ein Präsentationsverfahren, auch die Chance, sich hier vor der Branche, vor den internationalen Experten vorzustellen. Wie wichtig ist so eine Gelegenheit für die zukünftige berufliche Tätigkeit?

Das ist sehr wichtig für mich, denn Arbeit, die in der Forschung gelingt, also die in der Forschung entsteht, muss den Sprung schaffen in die Entwicklung bei den Herstellern und dafür sind solche Konferenzen prädestiniert, dass man einfach interessante Themen aus der Forschung kommunizieren kann in die Industrie, damit das da fruchtet. Ich habe heute noch interessante Kontakte knüpfen können in diese Richtung. Das heißt das Verfahren bei uns an der Uni ist abgeschlossen. Wir haben das erforscht, wir kennen die Charakteristika, wir kennen uns aus mit dem Verfahren und jetzt muss es den Sprung in die Industrie schaffen. Und dafür sind solche Konferenzen optimal.

trong37