Schaeffler AG: Wir führen intensive Gespräche mit chinesischen OEMs.

„Wir führen intensive Gespräche mit chinesischen OEMs.“

CTI Symposium 2016 – Interview mit Peter Gutzmer, Vorstand, Schaeffler AG

Peter Gutzmer: Die größte Veränderung, die wir im Moment in unserer Szene erleben, im Antriebsbereich, ist tatsächlich die Diskussion rund um die Elektrifizierung. Es ist immer wahnsinnig schwer, Zukunft vorherzusagen. Da gab’s mal den Kaiser Wilhelm, der wollte auf’s Pferd setzen. Heute setzen wir auf die Elektromobilität und das ist sicher vernünftig. Aber wir müssen aufpassen, und das kam heute auch deutlich rüber, der Weg dahin ist ein sehr komplexer. Das ist ein sehr schwierig zu verfolgender Weg. Wir müssen beide Wege gehen. Die rein elektrische und die kombinierte Welt – Verbrennungsmotor plus Elektrifizierung, die in verschiedenen Stufen stattfinden wird.

CTI: Sie waren einer der ersten, die auf Seiten der Zulieferer das Thema Elektromobilität nicht nur akzeptiert haben, sondern aktiv angegangen sind. Die Elektrifizierung promoten sie sozusagen seit vielen Jahren schon auf den Bühnen der ganzen Welt – das dürfte Ihnen doch eigentlich im Zusammenspiel mit den OEMs einen Vorsprung geben, oder?

Gutzmer: Es ist richtig, wir haben schon Anfang 2000 mit dem Thema auch intern begonnen, Fahrzeuge, Hybridfahrzeuge aufzubauen und welche Lösungen. Uns ist ja ganz wichtig, bei den Produkten, die wir haben, zu wissen, was bedeutet Zukunft, was bedeutet Veränderung für diese? Beziehungsweise, welche neuen Kompetenzen und Produkte brauchen wir, um diese Zukunft mitzugestalten. Wir wollen da aktiv mit dabei sein. Und es ist tatsächlich so, dass wir heute auch aktiv mit den OEMs – und da muss ich sagen, insbesondere auch mit den chinesischen OEMs, wo auf Elektromobilität auch gesetzlich getrieben ein Hauptfokus liegt – sehr intensiv Gespräche führen. Und da hat sich das, was wir bisher an Vorleistung gebracht haben, bisher schon gelohnt und das werden wir noch weiter intensivieren.

CTI: Das heißt, Ihnen ist vor der Zukunft gar nicht bange, oder?

Gutzmer: Überhaupt nicht! Weil wir Kompetenzen haben, Kompetenzfelder haben, Produktionsfelder haben, die man noch lange braucht. Das ist der Verbrennungsmotor, in veränderter und weiter optimierter Form. Und die neuen Felder sind wir angegangen. Dafür haben wir Lösungen. Wir werden mit diesen jetzt verstärkt ab 2018 / 2019 in Serie gehen. Und dann werden wir sehen, welches Volumen auf uns zukommt. Da gibt es noch gewisse Unsicherheiten in Bezug auf die Erträge, auf die Art, wie die Wertschöpfung stattfinden wird, auch wie die Wertschöpfungsteilung – das haben Sie ganz richtig angesprochen – zwischen den OEMs und Zulieferern sein wird. Wie das Wettbewerbsumfeld aussehen wird. Unsere ganzen Wettbewerber sind da inzwischen auch sehr stark unterwegs. Aber Wettbewerb fördert da Geschäft, da ist uns nicht bange.